Einen Geschäftsbericht zu lesen, bringt etwa die gleichen Spannungslevels wie Fischen ohne Köder, dennoch habe ich mir gestern mal den Annual Report 2009 von Google durchgeschaut. Folgendes finde ich interessant:
- Der Umsatz hat sich in vier Jahren von 6.1 (2005) auf 23.6 Milliarden USD (2009) vervierfacht.
- Trotz Enterprise-Produkten, Lizensierung, Fremium-Diensten und Nexus One macht das grosse G. nachwievor 97 Prozent des Umsatzes mit Werbung (S. 37)
- 12 Prozent des Umsatzes (2.8 Milliarden) steckt Google in Forschung und Entwicklung. Das ist zwar viel, wenn man bedenkt, dass die Uni Zürich mit diesem Geld ca. 60′000 wissenschaftliche Assistenten einstellen könnte. Im Vergleich zu Microsoft mit 9.6 Milliarden R&D-Ausgaben ist es wenig.
- Die Häufigkeit des Begriffs “automated” bleibt über die Jahresberichte verteilt relativ konstant in der Region von 30 (29 mal in 2009, 30 mal 2009, 31 mal in 2007, 29 mal in 2006, 27 mal in 2005, 32 mal in 2004).
- Google Books enthält mittlerweile 12 Millionen Bücher
- Es gibt tatsächlich Google-Produkte, die ich noch nicht ausprobiert habe. Dazu zählen Panoramio, Google Music Search, Google Checkout
- Google glaubt sich in einem kompetitiven Markt zu befinden und sieht sich nicht als Monopolist in einem hochkonzentrierten Markt (S. 16). Als Konkurrenten nennt Google explizit vertikale Suchmaschinen (Kayak (Reisen), Monster (Jobs), Amazon.com und Ebay (Commerce)), Social Networks (Facebook, Yelp, Twitter), Andere Werbeformen (TV, Radio, Zeitung, Magazine, Billboards, Gelbe Seiten). Eine böse Unterstellung wäre, dass dahinter die Strategie steckt, die Definition des relevanten Markts auszuweiten, um einer Wettbewerbsregulierung zuvor zu kommen.
- Der Geschäftsbericht zählt 26 Risiken auf, denen das Geschäft von Google ausgesetzt ist (S. 19-29): 1. Starker Wettbewerb, 2. Zwang zur stetigen Innovation, 3. Abhängigkeit von Werbefinanzierung, 4. Abhängigkeit von der starken Marke, 5. wachsende Regulierung, 6. Neue US Gesetze, 7. Integrationsprobleme bei Firmenzukäufen, 8. Hohe Risiken bei internationelem Geschäft, 9. Sicherheitsrisiken, 10. Datenschutzbedenken der Nutzer, 11. Abgebremstes Umsatzwachstum, 12. schwankende operative Resultate, 13. Unvermögen beim Schutz von IP, 14. Mögliche IP-Klagen, 15. Sich verändernde Nutzung bei Endgeräten, 16. Ad-Block-Technologie, 17. Click Fraud, 18. Donwtime, 19. Manipulative Index-Spammers, 20. Managementfehler beim schnellen Wachstum, 21. Verlust von Google Network Mitgliedern, 22. Verlust von Eric Schmidt, Larry Page und Sergey Brin, 23. Unfähigkeit beim Anwerben von qualifiziertem Personal, 24. Internet-Zugangsbeschränkungen durch ISPs, 25. Währungsschwankungen, 26. unvorhergesehen hohe Steuerlast.
- Brin und Page haben dieses Jahr im Unterschied zu allen anderen Jahren (noch) keinen Founder’s Letter geschrieben, der jeweils einen interessanten Ausblick zur Strategie des Unternehmens liefert. Wo bleibt der Founder’s Letter?











