Heute gibt es ein Interview in der Sonntagszeitung (online nicht zugänglich) mit Richard H. Thaler, einem amerikanischen Verhaltensökonomen (Behavioural Finance), der letztes Jahr das Buch Nudge (sanfte Schubser) zum Modell des “Libertarian Paternalism” veröffentlich hat. Das Interview hat deswegen meine Aufmerksamkeit erregt, da Thaler vorschlägt künstliche Intelligenz zu nutzen um Informationsasymmetrien zu reduzieren:
“In unserem Buch schlagen wir vor, dass Kreditkarten ihren Benützern sofort klarmachen, was es für sie bedeutet, wenn sie eine bestimmte Ausgabe machen. Die Kreditkarte müsste den Strafzins berechnen, wenn man in Zahlungsverzug gerät, und zu welchem Kurs fremde Währungen verrechnet werden. Man kann das künstliche Intelligenz nennen”.
Auf die Frage des Interviewers, ob das nicht in in Richtung “Brave New World” ginge, antwortet Thaler:
“Wir sind bereits in der neuen Welt. Aber meine Vorschläge sind die Antithese dazu. In der schönen neuen Welt werden die Menschen gezwungen, Dinge zu tun. wir hingegen geben den Menschen die Instrumente, die es ihnen möglich machen, sich in einer angsteinflössenden neuen Welt zu behaupten.”
Mehr:
- Richard H. Thaler bei Wikipedia
- Website zum Buch Nudge
- Libertarian Paternalism
- Choice-Architecture